CORNELIA BOEHLER | TEXTE | BÜCHER

Lissabon

Nach kurzem Flug Ankunft in Lissabon. Wir irren durch grosse Hallen von Shops und Bistros, kilometerlange Gänge zur Gepäckrückgabe. Roy will nicht auf Bettina warten, die ebenfalls erschöpft am Belt eintrifft. Irgendwie ergattern wir die Limousine, die uns ins Zentrum bringt. Hotel Altis, ein schönes Art Deco Hotel, grosses Zimmer in Schwarz und Mahagoni. Die Lage ist ideal, direkt an der Schlagader der Stadt, am Rossio.

Schon bald sind wir zu Fuss unterwegs bis hinunter an den Hafen Rua Augusta, wie schon bei den Römern. Die Strassen sind belebt von kleinen Läden, Restaurants, Bars, in der Mitte stehen überall Tische, wo Touristen sich niederlassen. Auf der Praça do Comércio gibts ein grosses Biermuseum, wie es genannt wird, es ist eine Bierhalle und am Eingang fertigt eine junge Frau kunstvolle Imbisse aus Stockfisch paniert und gefüllt mit lauwarmem, flüssigem Käse.

Weil dazu eine grosse Serviette aus Papier gereicht wird, nehme ich an, dass es nicht allzu leicht zu essen ist und beisse vorsichtig drauf - Roy geht es anders an und spritzt sich den Käse grad flüssig auf Jacke und Hose! Bier ist sehr fein. Die dunkelhäutige Geschäftsführerin persönlich erklärt uns anschliessend den Weg zu den Docks, wo wir online in einem Restaurant reserviert haben. Es wird eine lange und nicht ganz billige Strassenbahnfahrt - mehr als 5 Euro pro Person für ein Billett auf dem berühmten elétrico.

Dafür sehen wir einige Quartiere, die entlang des Meeresarms liegen, wir steigen aus, wo ein interessanter Weg zu den Docks führt. Es sind lauter ehemalige Lagerhäuser, jede Hauptwand mit grossen Graffitti zum Jubiläum der Revolution von Künstlern der Szene angefertigt - politisch und künstlerisch gekonnt, 1974 Nelkenrevolution. Die Restaurantmeile am Tejo scheint noch weit weg und wir gehen einer Gruppe Leuten nach, die mit dem Car gekommen sind. Und siehe da, diese nehmen noch einen Apero und wir haben freie Aussicht auf die Restaurants, die sich ebenfalls in alten Lagerhäusern aneinanderreihen.

Wir sind zufrieden mit unserer Wahl, es gibt eine schöne Ausstellung mit frischem Fisch auf Eis und wir setzen und in der ersten Etage ans Fenster. Wir trinken den wunderbaren Esporão-Wein aus dem Alentejo und bestellen mal erst eine Portion gesottene Crevetten, mittelgross.

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Copyright Foto und Text Cornelia Boehler

Kontakt

Cornelia Boehler , geb. 1943 in Zürich

Aufgewachsen im kinderreichen Quartier Friesenberg. Mit vierzehn Tagebuch für die Jugendseite des Tages-Anzeigers Zürich, Handelsschule, Tätigkeit im Marketing. Redaktionsmitglied der Gemeindezeitung, Korrespondentin beim Anzeiger von Uster. Seit 1985 Autorin. Von 1988 bis 2003 Inszenierungen von Texten mit Gestik und Musik in Kulturcafés, an Ausstellungseröffnungen, in Clubs und Konzertlokalen in Zürich und Umgebung, Baselland, Bern sowie in Darmstadt und Giessen/Deutschland.

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